Neben persönlichen Gründen war tatsächlich das Angebot der KVB ausschlaggebend, um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen – vor allem einen Praxisneustart. Den Aufbau einer Praxis ohne bestehende Struktur hätte ich sonst nicht in Erwägung gezogen.
Welche Vorteile hatte es für Sie, zunächst angestellt tätig zu sein? Inwieweit konnte Sie die KVB in der Eigeneinrichtung entlasten? Die KVB hat mich umfassend im Praxisaufbau unterstützt. Insbesondere wurden die organisatorischen und wirtschaftlichen Hintergrundprozesse, die Personalsachbearbeitung sowie sämtliche vertragliche Regelungen übernommen. Dadurch war es in der Anfangsphase möglich, mich auf den Aufbau des Praxisablaufes und die medizinische Arbeit zu konzentrieren. Gerade in der ersten Phase entstand dadurch der notwendige Raum, Abläufe von Beginn an sinnvoll zu planen, auszuprobieren und zu optimieren. Ein wesentlicher Vorteil dieses Modells bestand auch darin, dass zu Beginn kein unmittelbarer wirtschaftlicher Druck auf mir lastete. Die Verantwortung für finanzielle und bestimmte organisatorische Fragen lag bei der KVB. Allerdings wurde ich immer mit eingebunden und merke jetzt, wieviel ich davon profitiere, da mir viele Hintergrundprozesse schon bekannt sind. .
Die Praxis stand zuvor über zwei Jahre leer. Wie haben Sie den Neustart erlebt? Gab es Unterstützung aus der Gemeinde, die Ihnen den Start erleichtert hat? Die Gemeinde Ering hat das Projekt der KVB aktiv unterstützt und gefördert. Sie hat bei der Suche und beim Umbau des ehemaligen Pfarrhauses alles in die Wege geleitet, damit wir so schnell wie möglich mit der Patientenversorgung loslegen konnten. Den Neustart habe ich als eine herausfordernde, aber bereichernde Erfahrung wahrgenommen. Es musste alles mit Materialien und Geräten eingerichtet werden, das Personal war einzuteilen, sämtliche Abläufe und Prozesse mussten festgelegt werden, die Patientenunterlagen mussten durchgearbeitet und in den entsprechenden Akten angelegt werden. Sehr positiv war die Rückmeldung aus der Bevölkerung der Gemeinde und der Umgebung, was sich auch in der guten Entwicklung der Fallzahlen widerspiegelte. Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich für mich auf jeden Fall gelohnt hat, die Herausforderung anzunehmen, da die hausärztliche Niederlassung eine medizinisch spannende sowie beruflich und menschlich erfüllende Perspektive eröffnet. |